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Sonntag, 14. Juni 2015

The heat is on...

Guten Morgen,

wie sicherlich keinem entgangen, wird es langsam Sommer und das letzte verlängerte Wochenende hat daran keinen Zweifel gelassen. Ich kann mich nicht erinnern, wann wir mal 4 Tage frei hatten und dann auch noch so ein perfektes Wetter.

Nun, das war natürlich auch der erste Härtetest unseres Hauses, was die Abwehr der draußen herrschenden Temperaturen angeht. Da unser smartes Häusle ja alles protokolliert, hier mal keine Fotos vom Baufortschritt, sondern Screenshots der Temperaturdiagramme.

Nochmal zur Erinnerung, wir haben einen Bungalow, d.h. die Giebelverglasungen auf den Giebelseiten bringen Sonnen in das komplette Erdgeschoss, damit aber auch Wärme. Die Giebelseiten liegen auf der Ost-West-Achse, die Traufen gehen nach Norden und Süden. Derzeit haben wir Verschattungen (Rollläden und Jalousien nur im KG und EG und nur an einer Stelle im Giebel (Westseite). Wir haben uns auch bewusst gegen eine Lüftungsanlage entschieden, daher läuft das bei uns ganz konventionell.

Die blaue Linie ist die Außentemperatur, die rote Linie ist die Innentemperatur. Wenn man sich den 24h Verlauf anschaut, ist leicht zu erkennen, dass die Tagestemperatur schwankt, die Innentemperatur aber recht Konstant bleibt. Wichtig ist, dass morgens, wenn es Draußen noch kühl ist, man gleich mal ganz ordentlich durchlüftet. Bei Beginn des Lüftens liegen 25 Grand innen an...


... danach sind es nur noch 22, danach heißt es "Schotten dicht", also alle Türen/Fenster geschlossen halten, damit die warme Luft nicht nach Innen kommt. Zusätzlich müssen alle Verschattungen herunter gefahren werden, um auch die Sonnenenergie auszusperren.


Wenn man sich den Zyklus mal auf Wochenbasis anschaut, dann spiegeln sich hier die Verläufe wieder. Wichtig ist noch, dass die Daten im Wohn/Esszimmer genommen werden. In unserem Schlafzimmer, das sich auf der Nordseite befindet, ist die Temperatur nochmal ein bis zwei Grad niedriger - man kann also durchaus sehr gut schlafen.


Wie nötig das richtige Lüften und die Verschattung sind, zeigt das nächste Diagramm. Hier habe ich mal den Ist-Zustand am letzten Sonntag um 19:02 als Beispiel genommen. Der Sonntag war noch nicht einmal der heißeste Tag - das war der Freitag. Um 19:02 bekommen wir nur noch die schwächere Abendsonne von Westen, die aber auf eine Giebelseite trifft.

Hier sei noch angemerkt, dass die 1,5m Dachüberstände bei Morgen- und Abendsonne nicht sehr viel bringen - dafür steht die Sonne eben zu tief.

Das führt dazu, dass im Windfang - gänzlich ohne Jalousien und auch keine Elektrik vorgerüstet - fast Saunatemperturen herrschen. Hier sind es nur 32,8 Grad, wir hatten aber auch schon über 37 Grad. Verschattungen haben wir hier keine und lüften geht nur über die Haustür, oder bedingt in den Wohnraum - beides keine tollen Alternativen.

Davinci, auf das Problem angesprochen und um Lösungsvorschläge gebeten, hüllt sich seit einer Woche in Schweigen...


Also alles in allem lässt es sich auch bei sommerlichen Temperaturen gut aushalten, allerdings kann ich aus unserer Erfahrung das Marketing und den Umgang mit dem Thema bei Davinci nicht verstehen.

Die Aussage von Davinci zum Thema Verschattung war mehrfach "lassen Sie die erst einmal weg und erwohnen Sie die Notwendigkeit - Nachrüsten ist jederzeit möglich". Zum Glück haben wir während der Ausstattung dann im EG und KG überall Rollläden und Jalousien dazu genommen. 
Das führt aber, je nach Haus und Giebelflächen, schnell zu Aufpreisen von 15 bis 25 TEUR gegenüber dem Angebot. Auch haben wir Stromanschlüsse und Einbaukästen für evtl. noch kommende Verschattungen im Giebel vorbereiten lassen - aber nur im Wohnbereich, nicht im Windfang (gegen Einwurf weiterer Münzen).

Wer mal aufmerksam die Baubeschreibung der Firma HUF Haus liest, stellt fest, dass HUF generell im EG elektrische Jalousien im Standard anbietet - man kennt anscheinend die Notwendigkeit und geht transparent damit um.

Von Davinci haben wir die in der Baubeschreibung erwähnte sommerliche Wärmeschutzberechnung nach Aufforderung erhalten - diese sah auch keinerlei Notwendigkeit für Verschattungen vor. Aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar.

Die Option Verschattungen von Innen anzubringen, hilft auch  nur bedingt, da a) die Wärme dann schon im Haus ist und b) je nach Lösung ein Hitzestau entstehen kann, den die Scheiben nicht vertragen.

Daher meine Empfehlung für alle Interessenten gleich von Anfang an die Verschattungen zu denken und diese auch direkt mit anbieten zu lassen. Da sollte sich Davinci ein Beispiel an HUF nehmen, denn ohne die vorhandenen Jalousien und Rollläden würden wir hier zwar nicht gegrillt, aber defnitiv gut gedünstet werden.

Dann noch viel Spaß an dem sonnigen Sonntag,
Mike

2 Kommentare:

  1. Ich darf mal ein wenig ketzerisch lästern :
    Da wird sich für tausende von Euronen irgendwelcher technische Schnickschnack eingebaut, damit man wunderbar dokumentieren kann, wo Geld und Planung besser angelegt wären.
    Aber mal ernsthaft, ich habe einen erheblich größeren Glasanteil und nicht eine einzige Jalousie. Falls die Türen geschlossen bleiben ( worauf ich aber keine Lust habe ), steigt die Innentemperatur niemals über 25°. Bei deinen Grafiken fällt auf, dass du das Haus anscheinend nicht richtig lüften kannst. Sofern genug Türen eingebaut sind, ist es eigentlich ein großer Vorteil dieses Haustyps, dass man das Haus sehr schnell durchlüften kann und die Wärme wieder herausbekommt. So wie ich es sehe, fehlen dir zum Teil aber die Aussentüren um richtig Luft durch die Bude zu bekommen, was teilweise dem Hang geschuldet ist aber wohl auch dem Betonklotz (Garage) daneben.

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  2. Wusste garnicht, dass mein Blog auch in der Muppet Show läuft - viele Grüße an die Loge :-)

    Schön, wenn bei Dir die Temperatur niedriger bleibt, auch wenn ich Deine Erfahrung mit dem "Haustyp" nicht nachvollziehen kann, da Du deinen ja nicht verraten hast. Woher Deine Erkenntnis mit dem Lüften kommt, wüsste ich auch gerne, denn a) was hat denn bitte die Hanglage mit dem Lüften im EG zu tun und b) unser "Betonklotz" nimmt sage und schreibe 1/4 der Hauslänge ein - das ist schon dramtisch.

    Wir haben im Erdgeschoss mehrer Dreh-Kipptüren, 1 Haustür, 1 Hebe-Schiebeelement (mehr als 2 Meter) und dazu noch diverse Dachfächenfenster. Wenn das vom Querschnitt nicht reicht, was dann. Dazu noch der Kamineffekt der DFF, der gut funktioniert. Das Lüften ist nicht das Problem, denn das funktioniert morgens gut, das Problem ist das Aufheizen durch den Sonneneintrag.

    Stimmt, das Problem mit dem Windfang ist m.E. ein Thema der Planung, das hätten besser gelöst werden müssen.

    Lästern ist ja nett, konstruktive Anregungen mit denen ich etwas anfangen kann, wären besser

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